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Kunststoff


Kunststoff wird zum größten Teil aus Erdöl, Kohle und Erdgas hergestellt, teilweise aber auch aus Pflanzen. 
Erdöl, -gas und Kohle sind endliche Rohstoffe, die also irgendwann aufgebraucht sind, und bei deren Verbrennung Unmengen der Treibhausgase (Kohlendioxid, Methan) freiwerden. Außerdem brauchen diese Rohstoffe Jahrmillionen, um zu entstehen.

 
1. Gefahren durch Erdöl, -gas und Kohleförderung
2. Bio-Kunststoff
3. Eigenschaften von Kunststoff
4. Giftstoffe im Kunststoff
5. Entsorgung von Kunststoff
6. Kunststoffmüll im Meer
7. ... und seine Gefahren
8. Fazit
9. Links



 
1. Gefahren durch Erdöl, -gas und Kohleförderung


Erdölvorkommen in Europa sind größtenteils aus Plankton in der Jurazeit entstanden, der Entstehungsprozess begann also vor 150 Millionen Jahren. Im Zusammenhang mit der Erdölförderung kommt es immer wieder zu Umweltkatastrophen durch untergehende Tanker, defekte Pipelines oder 2010 als eine Bohrplattform im Golf von Mexiko in Brand geriet und unterging. Die umliegenden Küsten und das Mississippi-Delta hatten durch 500.000 Tonnen des freiwerdenden Rohstoffes mit einer Ölpest zu kämpfen.

Auch die Förderung von Erdgas ist verbunden mit
erheblichen Umweltfolgen und außerdem recht riskant, da Erdgas hochexplosiv ist. Im März 2012 hat man bei einer Förderplattform in der Nordsee unter Wasser ein Leck entdeckt, durch welches Erdgas austritt. Rund um die Plattform wurde eine Sperrzone für Flugzeuge und Schiffe errichtet und Plattformen im näheren Umkreis wurden evakuiert, da die Brand- und Explosionsgefahr sehr hoch und der Schwefelwasserstoff in dem Gas giftig ist.

Außerdem wurde im Dezember 2009 öffentlich, dass jedes Jahr Millionen Tonnen von radioaktiv verseuchten Rückständen bei der Förderung von Erdöl und -gas anfallen, welche von der Industrie wohl hauptsächlich unsachgemäß und umweltschädigend entsorgt wird, da größtenteils jeglicher Nachweis für die Entsorgung fehlt.

Die Entstehungsgeschichte von Kohle beginnt im Karbon, welches vor 350 Millionen Jahren begann. Die Förderung von Kohle ist sehr flächenintensiv, ganze Wälder müssen weichen, Dörfer werden umgesiedelt und sogar Bergkuppen gesprengt. Eine weitere Belastung der Umwelt und Gefahr für Anwohner besteht durch Schwermetalle 
wie Arsen und Quecksilber, die während des Abbaus freigesetzt werden. Vor der Förderung muss außerdem oftmals der Grundwasserspiegel gesenkt werden, was sich natürlich auf die Pflanzen- und somit auch auf die Tierwelt auswirkt. Wird ein Werk stillgelegt und der Grundwasserspiegel nicht mehr mittels Pumpen niedrig gehalten, so haben die anliegenden Ortschaften umgedreht dann das Problem mit dem steigenden Pegel.
Bereits die Gewinnung der meisten Rohstoffe für die Kunststoffherstellung ist also sehr umweltschädigend und riskant.


 

2. Bio-Kunststoff


Wie bereits erwähnt kann man auch Pflanzen als Rohstoff verwenden. 2004 wurden ca. 250.000 Tonnen Kunststoff aus Pflanzen hergestellt, also nur 0,1% des weltweit jährlichen Verbrauches von etwa 225 Millionen Tonnen.
Durch Syntheseverfahren bekommt man aus den genannten Rohstoffen Kunststoff. Allerdings muss man bedenken, dass diese Rohstoffe auch angebaut werden müssen. Das soll möglichst billig und effizient passieren, also meist in Entwicklungsländern und unter Einsatz von Chemikalien (Pestizide usw.). Außerdem benötigt man natürlich auch erstmal Platz zum Anbauen, also muss wieder ein Stück Natur weichen.
 


3. Eigenschaften von Kunststoff


Die entstehenden Polymerstrukturen des fertigen Kunststoffes sind nicht wasserlöslich und können die 
Zellmembranen von Mikroorganismen auch nicht passieren - sie sind biologisch inaktiv. Es kommt also zu keinerlei Wechselwirkung mit lebenden Organismen, weswegen sie als vollkommen unbedenklich gelten.


4. Giftstoffe im Kunststoff


Allerdings werden dem Kunststoff weitere Stoffe, sogenannte Additive, zugesetzt, um bestimmte Eigenschaften zu erreichen. Dazu gehören unter anderem Weichmacher, Flammschutzmittel und Farbstoffe. Hier erst kommen gesundheitsschädlich Stoffe wie Phthalat-Weichmacher oder das Antioxidans BPA dazu.


5. Entsorgung von Kunststoff


Durch die genannten Eigenschaften des Kunststoffes ist es nicht möglich, ihn biologisch wieder abzubauen. Er kann zwar von Organismen aufgenommen und zerkleinert werden, aber es bleibt Plastik. Durch die immer weitere Zerkleinerung besteht außerdem die Gefahr dass die Additive wie zum Beispiel flüchtige organische Verbindungen wieder freigesetzt werden.

Es gibt zwar auch biologisch abbaubare Kunststoffe, davon wurden im Jahr 2007 aber nur 300.000 Tonnen hergestellt. Eine verschwindend geringe Menge angesichts der 240 Millionen Tonnen Standardkunststoff, die hergestellt wurden.

Was also tun, damit wir nicht irgendwann in Kunststoff untergehen? In Deutschland wird kein Kunststoff mehr deponiert, was auch die EU bis 2020 schaffen möchte. Stattdessen müssen wir also verwerten, wobei Kunststoffmüll entweder für die Energiegewinnung verbrannt oder aber recycelt, sprich aufbereitet und wiederverwendet wird. 2010 lag die Recyclingquote in Deutschland bei ca. 45%. Auf Kunststoffartikeln (wie auch auf anderem recycelbaren Material) finden sich dafür sogenannte Recycling-Codes. Diese bestehen aus drei Pfeilen, die ein Dreieck bilden in dessen Mitte eine Ziffer steht oder das Kurzzeichen des Kunststoff. Bei Küchengegenständen findet sich meist Polypropylen (PP) aber auch Polyamide (PA) und unser Eierschneider besteht demnach aus Acrylnitril-Butadien-Styrol (ABS).


6. Kunststoffmüll im Meer


Große Mengen Kunststoff landen aber auch einfach in der Natur und sammeln sich an. Im Pazifik gibt es beispielsweise einen Müllstrudel der ungefähr die Größe von Texas hat, wobei das nur ein Bruchteil der wahren Müllmenge sein dürfte, da schätzungsweise 70% des anfallenden Mülls auf den Meeresgrund absinken. 


Ein Großteil dieses Abfalls kommt über die Flüsse und ca. 20% des Mülls in den Ozeanen ist Abfall von Schiffen. Diese dürfen bereits seit 1988 ihren Müll nicht mehr auf See abkippen, stattdessen wird der Müll an Bord gesammelt, was genauestens protokolliert werden muss. Die Häfen müssen den Müll anschließend kostenfrei übernehmen.

Es kommt aber immer wieder dazu, dass Schiffe ihr Gut verlieren. So verlor 1990 ein Frachter im Nordpazifik über 60.000 Turnschuhe und ganz in der Nähe von diesem Unglücksort geriet 1992 ein 
chinesisches Frachtschiff in einen schweren Sturm und büßte drei Container mit ca. 29.000 Kunststofftieren ein. In Abständen von drei Jahren werden in Alaska Teile der beiden verlorenen Ladungen angeschwemmt.


Große Mengen von Müll gelangen auch durch Umweltkatastrophen in Flüsse und Meere, wie zum Beispiel durch Überschwemmungen oder den Tsunami 
2011, der wohl einen "Müllteppichs" verursachte, der größer als Deutschland ist.

Ebenfalls ein recht junges Beispiel ist der Tintenfischtrawler Ryō Un Maru. Dieser wurde bei dem Tsunami 2011 mitgerissen und schwamm als Geisterschiff über den Pazifik. Im März 2012 wurde er nahe Alaska wiederentdeckt. An Deck befand sich noch Treibstoff in unbekannten Mengen und es wurde versucht, das Schiff zu bergen. Da sich dieses aber als nicht möglich erwies, hat die US-Küstenwache es im April 2012 versenkt.

In Italien gibt es ein Projekt, um den Müll im Meer zu reduzieren; man kauft Fischern den aufgefischten Plastikmüll ab.


 
7. ... und seine Gefahren
 
Es gibt viele Küstenregionen, die gesäumt sind mit Müll. Größere Plastikartikel an der Küste und im Meer können Tiere verletzen und töten, andere werden als Nahrung erkannt, wie zum Beispiel von Vögeln, die damit ihre Jungen füttern, welche dann verenden. 

Der Müll in den Ozeanen wird durch die ständige Bewegung recht schnell zerkleinert bis hin zur Größe von Pulverpartikeln, wobei hier wieder die Additive freigesetzt werden. Tiere wie Delfine aber auch Organismen, beispielsweise Plankton, sehen diese als Nahrung an und nehmen sie auf. Auf dem Weg der Nahrungskette lagern sich giftige und krebsverursachende Chemikalien wie DDT an und landen schließlich auch auf unserem Teller.



8. Fazit
 
Egal ob Bio oder normal - Kunststoff birgt Risiken, verbraucht Rohstoffe, beinhaltet Chemikalien, fällt letztendlich als Müll an usw. Wir sollten also versuche, Kunststoff sparsam zu verbrauchen oder gar auf andere Stoffe zurückzugreifen (bspw. Glas-Trinkflaschen). Wenn schon Kunststoff, dann am Besten als Recyclingprodukt.


9. Links


Plastic Planet
ist ein wirklich guter Film zu dem Thema
Homepage einer österreichischen Familie, die versuchen möchte, ihren Plastikmüll zu reduzieren, als Folge des Filmes "Plastic Planet"


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